Wolfgang Mitschke - Relaxing Jazz

"Night over Berlin" - das aktuelle Album

1. Let's play Smooth-Jazz (Part I)
NIGHT OVER BERLIN2. BrassSax for Till
3. Sundance
4. Night over Berlin
5. Streetwalkin'
6. From Sydney to Berlin
7. Let's play Smooth-Jazz (Part II)
8. Night and day
9. The Cologne funk blues
10. In the club
11. The yarbird suite
12. Corcovado
13. Let's play Smooth-Jazz (Part III)
14. Tribute to George Duke
15. In your own sweet way


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Über "Night over Berlin"...

Wolfgang Mitschke (Piano, Keyboards, Drums, Bass und Programming) und Jürgen Dietz (Tenorsaxophon) haben sich in den 90er Jahren in unterschiedlichen Jazz-Formationen jeweils einen eigenen Namen gemacht, bevor Sie zu ihrem gemeinsamen Jazz-Projekt NIGHT OVER BERLIN zusammengefunden haben. Jürgen Dietz hat u.a. mit dem Gitarristen Torsten de Winkel und der bekannten Jazz-Pianistin Julia Hülsmann gespielt, Wolfgang Mitschke u.a. mit Mitgliedern der Lionel Hampton Big-Band sowie mit dem bekannten amerikanischen Sänger und Schlagzeuger Grade Tate. Beide Musiker, jeder für sich ein gestandener Jazz-Routinier, kennen sich schon lange aus gemeinsamen Jazz-Veranstaltungen und aus der im Rheinland bekannten Jazz-Reihe "Jazz am Montag" in der Bonner Bundeskunsthalle.

Die Idee zu einem gemeinsamen CD-Projekt ging im Dezember 2003 von Wolfgang Mitschke aus, der nach drei Keyboard-CD-Projekten seinen Kollegen Jürgen Dietz (Tenorsaxophon)einfach mal ganz spontan in die Kölner Mango-Studios zu gemeinsamen Aufnahmen einlud. Was zunächst nur als reines Experiment mit durchaus offenem Ergebnis gedacht war, konkretisierte sich über das gesamte Jahr 2004 zu einer intensiven und fruchtbaren musikalischen Zusammenarbeit im Rahmen eines Studio-Projekts.

Nach 15 Monaten gemeinsamer Anstrengungen ist dabei ein ganz eigenwilliger deutscher Beitrag aus dem Bereich Pop-Jazz, Latin-Jazz und Smooth-Jazz herausgekommen, der - abgesehen von einigen bekannten Standards des Great American Songbooks - aus abwechslungsreichen, gut groovenden und teilweise auch tanzbaren Eigenkompositionen besteht. Alle Eigenkompositionen stammen dabei aus der Feder von Wolfgang Mitschke. NIGHT OVER BERLIN - das ist die musikalisch in den unterschiedlichsten Facetten eingefangene Stimmung der deutschen Musik- und auch Jazz-Hauptstadt Berlin - relaxed, abgeklärt, sophisticated, reif. Die bei dem international renommierten Hamburger Jazzlabel SKIP erschienene CD NIGHT OVER BERLIN wird auch in Italien und in Japan veröffentlicht.

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REZENSION in der bekannten Jazz-Zeitschrift JAZZPODIUM

Mitschke+Dietz Night Over Berlin - SKIP Records SKP 9060-2

Nachdem der Keyboarder und Multiinstrumentalist Wolfgang Mitschke seine bisherigen drei CDs per Overdubbing - auch an Bass und Schlagzeug - im Alleingang aufgenommen hatte, hat er sich nun einen Partner gewählt. Es ist der Tenorsaxofonist Jürgen Dietz, der bei Christof Lauer und David Liebman gelernt und u.a. mit Thorsten De Winkel und Julia Hülsmann gespielt hat. Und nachdem "Journey to Sydney" (1999) und "Latin in New York" (2003) bei einem kleinen Musikvertrieb erschienen waren, ist er nun mit "Night over Berlin" bei einem renommierten deutschen Label gelandet. In diese Kooperation mit dem neuen Label und dem neuen Kompagnon hat er als etwas erstaunliche Mitgift mehrere Stücke aus seinen vorigen Soloalben als bloße "remastered versions" eingebracht. So wird das wohl überzeugendste Stück seiner letzten beiden CDs, das ein wenig an den Herbie Hancock der 70er Jahre erinnernde, dynamische Titelstück der zweiten CD "Sundance" (2001), hier nun quasi unverändert zum dritten Mal präsentiert. Sozusagen als Ausgleich überlässt er jedoch in auffälliger Arbeitsteilung in fast allen übrigen Stücken die ausgiebigen solistischen Improvisationen völlig dem Saxofonisten, während er sich trotz seiner beachtlichen pianistischen Fähigkeiten vor allem auf dem E-Piano auf die Gestaltung des rhythmischen und harmonischen Backgrounds beschränkt sowie fürs Arrangieren, Programmmieren, Komponieren und Produzieren zuständig bleibt. Dabei geht er relativ stark auf Nummer sicher. Das Repertoire besteht nämlich wie auf den vorigen Alben neben seinen Eigenkompositionen aus poppig aufbereiteten Standards wie "Night and Day", "In your own sweet way", "Corcovado" und "Yardbird Suite", und Jürgen Dietz gestaltet seine Soli überaus gekonnt und mit kräftigem, sonorem Ton sehr melodiös. Wenn zudem drei kurze, skizzenhafte Stücke "Let's play Smooth Jazz" getitelt sind, so scheint das weniger ironisch als vielmehr doch eher ernst gemeint zu sein, obwohl es vor allem durch das markante Spiel des Saxofonisten häufig gar nicht so smooth zugeht. Gemessen an vergleichbaren amerikanischen Produktionen, etwa von den Keyboardern George Duke, Jeff Lorber, Bobby Lyle oder Marcus Johnson, ist hier der Improvisationsanteil viel größer sowie die Gefahr, in Seichte oder Kitschig-Sentimentale abzugleiten, viel geringer, dafür klingt manches schon mal ein wenig brav sowie weniger ausgebufft und groovig als bei der US-Konkurrenz.

Wer gefälligen, wohlklingenden sowie insgesamt gut und meist kraftvoll gemachten instrumentalen Easy-Listening- bzw. Pop-Jazz zwischen Fusion, Funk, Latin und Mainstream mag, der kommt hier indes voll auf seine Kosten.

Hans-Dieter Heistrüvers


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The Duke of Steglitz

Der Berliner Keyboarder Wolfgang Mitschke hat ein Faible für Fusion-Jazz

"Sie dürfen mir Ihr Demo gerne schicken, aber ich kann Ihnen nicht viel Hoffnung machen." Diesen Standardsatz hat Wolfgang Mitschke schon einige Male gehört, seit der autodidaktische Multiinstrumentalist damit begann, seine solo produzierten CDs hiesigen Jazzlabels anzubieten. Umso erfreuter war er dann, als sein stark am Fusion-Jazz der Spätsiebziger/Frühachtziger orientierter Sound bei der renommierten Hamburger Firma Skip Records (Charlie Mariano, Wolfgang Haffner etc.) ins Schwarze traf.

MitschkeDeren Label-Chef war nicht nur von Mitschkes jüngsten Aufnahmen mit dem Bonner Tenorsaxofonisten Jürgen Dietz begeistert, sondern ebenso von den Vorgängeralben, die er unbedingt mit einigen Stücken auf dem Skip-Debüt vertreten haben wollte. In der Tat gehört das Herbie-Hancock-beeinflusste "Sundance" zu den stärksten Beiträgen auf "Night Over Berlin", während die offensichtlicheren Widmungen "BrassSax For Till" und "Tribute To George Duke" doch eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber typischen Eighties-Sounds wie Synthie-Bläser und Drumcomputer-Hi-Hats voraussetzen. Elemente, die Bands wie Double und Hong Kong Syndikat einst in die Charts brachten, dem Begriff Smooth Jazz ­ ursprünglich auf Instrumentalcombos wie Spyro Gyra angewandt ­ aber bald nicht mehr zur Ehre gereichten. Darf also "Night Over Berlin" als Rehabilitierungsversuch eines in Ungnade gefallenen Genres verstanden werden? Sowohl die programmatischen Interimstracks "Let's Play Smooth Jazz Part I-III" als auch das Shakatak-Cover "Streetwalkin'" beantworten dies recht eindeutig.

Wolfgang Mitschke, der vor fünf Jahren von Bonn nach Steglitz zog, versteht seine Arbeit als reines Studioprojekt mit dem Ziel, "angenehm klingende Platten zum Tanzen und Entspannen" zu kreieren. Und so nimmt der Heimwerker auch den Einwand puristischer Jazzliebhaber, dass seine Musik nicht aus einer Session-Situation heraus entstanden sei, recht gelassen: "Zum einen haben Jürgen und ich bei den Soli viel improvisiert, zum andern halte ich das Livespielen als A und O im Jazz ohnehin für überschätzt." Mit einem Konzert im Halbplayback-Format ("Das stelle ich mir fürs Publikum nicht sehr prickelnd vor") ist also vorerst nicht zu rechnen. i: Night Over Berlin von Mitschke & Dietz ist über Skip/Soulfood erhältlich

TIP Berlin, Ausgabe 15/05, Markus von Schwerin
Die Presse über Wolfgang Mitschke

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