Wolfgang Mitschke - Relaxing Jazz

News

Signierstunde bei SATURN am Berliner Alexanderplatz
am 12. Januar 2008




"Bye Bye Blackbird"

Jazz-Altmeister Wolfgang Mitschke feierte seinen 50sten Geburtstag in Berlin
Von Corinna Schmidt-Gellersdorf


Berlin - Grau ist Wolfgang Mitschke geworden. Rückenprobleme gibt er in Interviews zu Protokoll. "Geburtstag hatte ich schon im März, aber erst jetzt im November war endlich mal Zeit für eine kleine musikalische Feier", erklärt er trocken, setzt sich auf den Klavierschemel und beginnt auf einem alten Fender-Rhodes-Keyboard zu spielen - "Bye Bye Blackbird". Mit dieser Nummer war die amerikanische Jazz-Legende Miles Davis im Jahre 1956 quasi über Nacht berühmt geworden. Zu so schnellem Ruhm hat Mitschke es leider nicht gebracht. Dennoch: Der zwischen seinen Wohnsitzen in Bonn und Berlin pendelnde Mann ist gleichzeitig ausgebildeter Schlagzeuger, autodidaktischer Keyboarder, ausgebuffter Musik-Programmierer und bekennender Entspannungsjazz-Fan, alles in allem ein leidenschaftlicher Freak, der seit 1998 vier Jazz-Alben aufgenommen hat, die von Jazz-Radiostationen in Deutschland, in den USA und in der Schweiz abgespielt werden. Sein aktuelles Album "Night Over Berlin" konnte Mitschke sogar über einen Plattenvertrag mit dem international renommierten Hamburger Jazz-Label Skip Records veröffentlichen.

"Bonn ist so etwas wie die deutsche Jazz-Schmiede", beginnt Mitschke zu erzählen. Und weiter: "Trompeter Till Brönner, inzwischen Deutschlands bekanntester Jazzmusiker, stammt genauso aus Bonn wie die Jazzpianistin Julia Hülsmann oder der Trompeter Nils Wülker". Alle genannten Akteure sind allerdings nicht in der alten Hauptstadt Bonn zu Ruhm und Ehre gelangt, sondern in der neuen Hauptstadt Berlin. Mitschke selbst ging es genauso. Seine nunmehr vierte CD "Night Over Berlin" bekennt sich kompromisslos zur Spielart des Smooth Jazz. "Entspannungs-Jazz" nennt Mitschke das auf Deutsch. Er komponierte zehn der fünfzehn CD-Titel selbst und produzierte dieses Album fast im Alleingang, nur unterstützt von dem Bonner Tenorsaxophonisten Jürgen Dietz. Was hier so eingängig, so selbstverständlich und so mühelos klingt, ist das Ergebnis harter Studioarbeit. In der Jazzabteilung des Berliner Saturn-Großmarktes am Alexanderplatz hängt ein riesiges Plakat zu dieser CD direkt neben Plakaten von Superstars wie Norah Jones oder Jamie Cullum. Wer Mitschke dort am Alexanderplatz und auch anderswo bei gelegentlichen Signierstunden beobachten kann, ist überrascht von seinem relaxten und eloquenten Auftreten: Er gilt als "Jörg Pilawa des Jazz".

Doch bei genauerer Betrachtung wird Mitschke mehr Glamour angehängt, als er wirklich ausstrahlt. Er besitzt das seltene Talent, die Dinge so hinzunehmen, dass sie ihm nützen. Er zieht auf sich, was ihn größer macht und ihn von anderen unterscheidet. Alles Schädliche und Schlechte wird abgestoßen. Eine Art Magnetismus, die auch bei anderen Künstlern feststellbar ist. Dazugehören und doch anders sein, so könnte man dieses Prinzip vereinfacht beschreiben. Auf Jazz-Stars wie Diana Krall oder Norah Jones angesprochen, die jetzt die Charts stürmen, reagiert Mitschke eher verärgert: "Die verkaufen doch in erster Linie nur deshalb so viele Platten, weil sie so gut aussehen. Es ist kein gutes Zeichen, wenn Jazzmusik in den Charts ist. Es darf nicht das Wichtigste sein, ob sie sich verkauft oder nicht. Jazz ist von Haus aus Kunstmusik und kein stylisches Produkt", resigniert Mitschke sichtlich genervt. Mit einem Plattenvertrag bei Skip-Records in der Tasche hat er aber keinen ernsthaften Anlass zur Resignation, das weiß er genau. Auf sein nächstes Jazz-Album kann man deshalb gespannt sein.


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Mitschke & Dietz im Fernsehen auf 3Sat

Sendung: "Unsere kleine Nachtmusik"


Jazz-Musik im Nachtprogramm des 10.02.2007 und 13.02.2007

Lesen Sie hier.


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Neuer Smooth-Jazz-Sampler mit Wolfgang Haffner und Mitschke+Dietz

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Die Presse über Wolfgang Mitschke



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